Jeder, der La Palma besucht, weiß schnell, dass die Insel ein Auto braucht. Die Busse fahren, ja, aber die wahren Schätze liegen verstreut. Sie liegen an einem Aussichtspunkt über den Wolken, am Ende einer schmalen Straße zu einem schwarzen Sandstrand oder in einem winzigen Dorf in den Bergen. Die Standardempfehlung lautet oft: bucht einen kleinen Wagen, er ist günstig und praktisch. Das stimmt auch. Doch was, wenn man nicht nur die Hauptsehenswürdigkeiten abhaken, sondern eine bestimmte Seite der Insel erleben will? Eine ruhigere, rauere Seite?

Für mich geht es bei einer Reise nach La Palma darum, die Stille zu finden. Nicht die Stille in den Touristenorten im Süden, sondern die der Nord- und Westküste. Hier sind die Straßen enger, die Kurven zahlreicher und die Dörfer scheinen in der Zeit stehen geblieben. Für diese Art von Entdeckungstour braucht man mehr als nur irgendein Fahrzeug. Man braucht etwas Verlässliches, das mit steilen Anstiegen und unerwartetem Kopfsteinpflaster klar kommt, ohne dass man sich ständig Sorgen machen muss. Bei meiner letzten Suche habe ich gemerkt, dass die Auswahl des Anbieters genauso wichtig ist wie die des Modells. Eine transparente Buchung ohne versteckte Kosten ist der Grundstein für einen entspannten Trip. Hier fand ich die Informationen auf der Mietwagen offizielle Seite sehr hilfreich, um direkt zu sehen, was im Preis enthalten ist und welche Modelle für welche Routen geeignet sind.

Viele denken bei einem Mietwagen zuerst an die Fahrt zum Observatorium auf dem Roque de los Muchachos. Das ist spektakulär, keine Frage. Aber die Strecken im Nordwesten, etwa nach Santo Domingo de Garafía oder hinunter zur Bucht von Porís de Candelaria, stellen andere Anforderungen. Die Fahrten sind kurviger, die Streckenabschnitte manchmal kürzer, aber anspruchsvoller. Ein Wagen mit einem kräftigen Motor und guter Bodenfreiheit kann den Unterschied zwischen einer angenehmen Fahrt und einer stressigen Tour machen.

Warum die Westküste einen anderen Ansatz erfordert

Die Westseite La Palmas ist der wilde Zwilling des grünen Nordens. Die Vegetation ist spärlicher, die Sonne brennt heißer auf das schwarze Vulkangestein, und das Meer schlägt oft mit mehr Kraft gegen die Klippen. Die Straßen hier sind nicht unbedingt schlecht, aber sie sind definitiv nicht für übereilte Fahrer gemacht. Sie schlängeln sich an steilen Hängen entlang, oft mit nur einer schmalen Fahrspur und Ausweichbuchten. Man fährt langsam. Man genießt die Aussicht. Man hält oft an. Für diese Art des Reisens ist ein Automatikgetriebe vielleicht verlockend, aber ein handgeschalteter Wagen gibt einem oft mehr Kontrolle in den engen Haarnadelkurven. Und eine gute Klimaanlage wird vom netten Extra zur Notwendigkeit.

Es geht auch um die kleinen Dinge. Ein Wagen mit ausreichend Kofferraum für eine Kühlbox für Wasser und Proviant ist goldwert, denn Einkaufsmöglichkeiten sind auf diesen Strecken rar. Und während ein Miniwagen in Santa Cruz de La Palma perfekt ist, fühlt man sich in einem etwas größeren Kompaktwagen auf der langen, exponierten Strecke der LP-1 in Richtung Fuencaliente oft sicherer, wenn der Wind vom Atlantik ans Auto drückt.

Die häufigsten Fehler bei der Buchung für Entdecker

Der erste Fehler ist, nur auf den Tagespreis zu schauen. Auf La Palma kommen schnell Zusatzkosten dazu, die man vorher bedenken sollte: Die Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung ist fast ein Muss auf den engen Straßen. Eine zweite Fahrergebühr ist sinnvoll, wenn man sich die anstrengenden Fahrten teilen will. Und immer die Tankregelung prüfen. ‘Voll-voll’ ist meist die fairste Option, aber nicht überall standardmäßig buchbar.

Der zweite Fehler ist, die Abhol- und Rückgabezeiten nicht mit der Fähr- oder Flugplanung abzustimmen. Nichts ist ärgerlicher, als am Flughafen zu stehen und auf die Schalteröffnung des Mietwagenanbieters zu warten, oder unter Zeitdruck das Auto zurückgeben zu müssen. Viele lokale Anbieter haben flexible Büros am Flughafen, aber ihre Öffnungszeiten können von denen der großen internationalen Ketten abweichen.

Der dritte Punkt, den viele vergessen, ist der Zustand des Autos bei Übernahme. Fotografiert alles. Jeden Kratzer, jede Delle, den Reifenzustand. Das macht die Rückgabe stressfrei. Bei einem Anbieter, der seinen Fuhrpark gut pflegt, hat man damit weniger Probleme, aber Vorsicht schadet nie.

Praktische Tipps für die Fahrt abseits der Hauptrouten

Gute Vorbereitung macht die Fahrt zum Vergnügen. Das fängt mit der Routenplanung an. Apps wie Google Maps funktionieren auf La Palma gut, aber ein offlinefähiges Kartenprogramm oder eine alte, zuverlässige Papierkarte sind ein gutes Backup für Gebiete mit schlechtem Empfang, wie man sie in den tiefen Schluchten des Nordwestens finden kann.

Planen Sie Ihre Fahrten so, dass Sie vor Einbruch der Dunkelheit an Ihrem Ziel sind. Nachts fahren auf diesen Straßen ist eine Herausforderung, die man Anfangs meiden sollte. Die Straßenbeleuchtung ist außerhalb der Ortschaften minimal, und Tiere wie Kaninchen oder sogar gelegentlich freilaufende Ziegen können die Fahrbahn kreuzen.

Halten Sie immer ein paar Münzen und kleine Scheine im Auto bereit. Nicht für Mautstraßen – die gibt es auf La Palma nicht – sondern für die kleinen Parkplätze an Aussichtspunkten. Oft bewahrt dort ein älterer Herr aus dem Dorf die Plätze und freut sich über einen kleinen Obolus von einem Euro.

  • Wählen Sie ein Fahrzeug mit ausreichend Motorleistung (mindestens 90 PS) für die steilen Bergstraßen.
  • Buchen Sie immer die Diebstahlsicherung für das Auto mit. Auch in ruhigen Gegenden ist das ein beruhigendes Gefühl, wenn man stundenlang wandern geht.
  • Prüfen Sie, ob die Reifen in einem guten Zustand sind. Die Straßen können nach seltenen Regenfällen schlammig oder mit losem Schotter bedeckt sein.
  • Ein Navigationssystem mit aktuellen Karten ist nützlich, aber verlassen Sie sich nicht blind darauf. Schilder vor Ort haben manchmal Recht.
  • Füllen Sie den Tank, wenn Sie die Hälfte verbraucht haben. Tankstellen sind in den abgelegenen Regionen weit voneinander entfernt.

Am Ende meiner Reise entlang der stillen Küsten war mir klar, dass das Auto mehr war als nur Transport. Es war mein Basislager, mein Zufluchtsort vor einem plötzlichen Regenschauer und mein Ticket zur Freiheit. Die richtige Wahl sorgt dafür, dass man sich auf die atemberaubenden Ausblicke und das Rauschen des Atlantiks konzentrieren kann, und nicht auf das nächste quietschende Geräusch des Motors. Man sucht sich ein Auto für die Straßen, die man befahren will, und nicht nur für die, die alle befahren. So findet man sein eigenes La Palma.